2010-01-26

Dürfen wir andere Menschen richten?

Von HPE @ 07:49 [ Followship - Nachfolge ]

RICHTET NICHT – ODER RICHTET DOCH?

Der in charismatischen Freikirchen bekannte David Wilkerson schrieb:
" Der Spruch :" Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet" Matthäus 7,1
sei Satans Nebelvorhang, hinter dem die Christen das Böse verstecken wollen!" Immer wieder bekommen Gläubige gesagt, sie sollen nicht richten, wenn diese lediglich Missstände aufzeigen oder die Frommen dazu aufrufen, das Böse zu meiden und wachsam zu bleiben, ja dem Frieden nachzujagen etc...

Leider hat man dieses "Verbot zu Richten" auch in allerlei Weise verbogen und falsch verstanden. 

Haben Christen Narrenfreiheit ?

Jesus hat doch gesagt, man solle nicht richten. Und so glauben viele Christen, sie hätten Narrenfreiheit und könnten tun und lassen was sie wollen und auch die Gebote Gottes übertreten  bis er in sein Verderben rennt. Oder nicht? Wir wollen ja nicht "richten".

Nein, das kann mit dem "Nicht-Richten" wohl kaum gemeint sein. Jesus und seine Apostel haben uns genug klar gemacht, daß wir uns umeinander kümmern, einander ermahnen, drohen etc...sollen. Und wenn einer unbekümmert ein Gebot Gottes nach dem anderen "überfährt", wie andere rote Ampeln überfahren dann kann ein aufrichtiger Gläubiger wohl kaum dazu schweigen. Dann muß man einmal "reinschwätzen", selbst wenn das unangenehm für alle Beteiligten ist.

Wer nicht richten darf.

Ein Gläubiger ,der selbst in Sünde lebt darf natürlich kein anderer Bruder/Schwester richten, der auch in Sünde lebt. Wenn sich jemand zum Beispiel an der Spendenkasse vergreift ,so kann nur einer, der selber rein ist, über das  falsche Verhalten des Diebes richten.(Ihm den Splitter aus dem Auge ziehen). Hat der Kritiker aber selbst Sünde "Steuerhinterziehung, Hurerei etc... dann steht es ihm nicht zu, dem Bruder den Splitter aus dem Auge zu ziehen und seinen eigenen Balken zu übersehen.

Christen sollen sogar richten! Es steht geschrieben:

Wir gebieten euch aber, liebe Brüder, in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi, daß ihr euch entzieht von jedem Glaubensbruder / Schwester, der /die da unordentlich wandelt und nicht nach der Satzung, die er von uns empfangen hat.12Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie sollte richten?  Richtet ihr lieber, die drinnen sind... damit ist gemeint, dass man nicht die Ungläubigen richten soll, sondern jene die sich Christusnachfolger nennen, aber dem Wort Gottes nicht gehorchen. Menschen die sich als Gläubige ausgeben aber gegen das erste Gebot mit Verheißung (die Elternehre)  verstoßen, Hurerei betreiben, stehlen, lästern, über andere spotten, lügen etc.... über diese soll sogar gerichtet werden.

13Gott aber wird, die draußen sind, richten. (die Ungläubigen)

Den Gläubigen gebietet er:

Tut von euch selbst hinaus, wer da böse ist. {5 Mose.13,6} 13,6

Wo  ganze Gruppierungen mit ihren blinden Blindenleitern ins Verderben rennen ist es fehl am Platz die Hände in den Schoss zu legen und den Spruch zu zitieren, man dürfe schließlich nicht richten. Wer so was tut ,der liebt weder Gott noch seine Kinder. Der lebt gleichgültig.

Man soll den Menschen lieben, die Sünde verurteilen. Barmherzigkeit üben aber Sünde nicht gutheißen.



Kommentare

Shomer
2010-01-26 18:36:04

Wieder einmal typisch. Da wird ein Versfragment aus dem Zusammenhang gerissen und dazu missbraucht, ein "schlechtes Gewissen" zu verbreiten. "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet". Wer allerdings nichts zu befürchten hat - wie sollte der gerichtet werden können? Im Gegenteil: "Der Gerechte richtet alles und wird von niemandem gerichtet." Wer seinen eigenen Balken aus seinem Auge gezogen hat, der mag wohl zusehen, dass er den Splitter aus seines Bruders Auge zieht.

Aber wehe denen, die sich hinter der "Richtet nicht"-Mauer verschanzt haben. Bei denen kann es nämlich sehr gut sein, dass der Schuss nach hinten hinaus geht.

Mat 7:1-2 Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.

Da behaupten gewisse Christen, die Heilsgewissheit zu haben und meinen, dass alle „Ungläubigen“ auf ewig verloren sind. Und dies nur, weil sie es "versäumt" haben, einen heidnischen Messias namens Jesus Christus anzunehmen. Dabei sind solche Heiden mitunter gerechter als besagte Christen. Wenn sie aber nun alle "Ungläubigen" in die ewige Hölle verbannen wollen, dann werden sie vielleicht sogar mit demselben Mass gerichtet - und das ist bitter.

Shalom vom Shomer

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